Jahresbrief 2017

Panatau – Rückblick 2017

Verfasst von Luminita Bratucu, Betreuerin Übersetzt von Ann Schumacher

Liebe Spenderinnen und Spender

Bereits im letzten Jahresbrief teilten wir mit, dass vier neue Kinder ins Heim eingezogen sind, und die Aufnahme eines weiteren Geschwisterpaars wurde angekündigt. Gerne möchten wir von den sechs Kindern berichten und im Anschluss einen Ausblick auf die Zukunft des Heims geben.

2016 stiessen Nicoleta, Andreea, Georgiana und Alexandru zu uns. Die vier Geschwister wur-den nach einer grossen Leidensgeschichte getrennt untergebracht und geniessen es nun, wieder zusammen zu sein. Nicoleta (12) übernimmt die Rolle der Beschützerin für die kleineren Ge-schwister. Mit Argusaugen wacht sie darüber, ob diese mit ihren Bedürfnissen auch tatsächlich ernst genommen werden, und sie setzt sich als Sprachrohr für sie ein. Ihr schulisches Defizit versucht sie mit viel Energie aufzuholen, was ihr meistens gelingt. Nicoleta hat diverse gesund-heitliche Probleme. Andreea (10) hat grosse Mühe mit Lernen, weshalb für ihn ein schulisches Spezialprogramm erstellt wurde. Erfreulicherweise kann dieses an der örtlichen Schule durch-geführt werden. Er ist ein ruhiger und freundlicher Junge. Georgiana besucht die erste Klasse. Ihr bereitet das Lernen keine Probleme und sie ist mitteilsam und kreativ. Alexandru (5) ist im Kindergarten gut integriert. Er ist ein fröhlicher Junge voller Energie. Als Jüngster erfährt er von der Gruppe viel Aufmerksamkeit. Auch die Brüder Nicu (11) und Gabi (5) sind mittlerweile bei uns eingezogen. Aufgrund der schwerwiegenden Vernachlässigung durch die Eltern sind zwei ihrer Geschwister gestorben. Beide Buben erfreuen sich dennoch guter Gesundheit und sind neugierig und aufgeweckt. Unser Team setzt sich jeden Tag dafür ein, dass sie mit ihren Verhaltensschwierigkeiten immer besser umzugehen lernen.

Von den Jugendlichen wohnen noch Florin, Andrei, Daniel und Ionuts bei uns, zusammen mit den geistig behinderten Priya und Ionuts Gabriel.

Da das Team vom Kinderheim Panatau über grosse Erfahrung im Umgang mit vernachlässigten und traumatisierten Kindern verfügt, und weiterhin ein Bedarf an angemessenen Unterbrin-gungsmöglichkeiten besteht, plant der regionale Kinderschutzbund die Platzierung von zwei weiteren Kindern im Heim. In Rumänien bestehen immer noch Probleme mit sozial äusserst schwachen Familien, die keine, oder zumindest keine passende Unterstützung erhalten. Wenn die Missstände dann nicht mehr tragbar und für alle unübersehbar sind, werden die Kinder in staatlichen Institutionen untergebracht, welche nach wie vor nicht kindgerecht sind. Rumänien hat wirklich noch grossen Entwicklungsbedarf!

Damit das Kinderheim Panatau weiterhin erhalten werden kann, sind wir mittelfristig auf staat-liche Subventionen angewiesen. Viele Menschen spenden heute vorzugsweise zugunsten einer der vielen Kriegsregionen, als in ein EU-Land. Das initiierte Antragsverfahren für Subventio-nen wird aber lange dauern und gestaltet sich aufgrund der vielen bürokratischen «Leerläufe» schon jetzt schwierig. Zudem ist ungewiss, ob sie in genügendem Umfang bewilligt werden, denn Rumänien ist immer noch ein armes Land.

Somit sind wir mehr denn je auf unsere treuen SpenderInnen angewiesen, die es uns weiterhin ermöglichen, den Kindern und Jugendlichen ein zuhause zu bieten. Wir bedanken uns im Vo-raus ganz herzlich für jede einzelne Spende, die dazu beiträgt.