Jahresbrief 2018

November 2018

Panatau – Rückblick 2018

Verfasst von Luminita Bratucu, Betreuerin Übersetzt von Ann Schumacher

Liebe Spenderinnen und Spender

In den letzen 23 Jahren sind im Kinderheim Panatau zwei Generationen aufgewachsen und haben sich auf das Leben vorbereitet. Das war nur dank Ihren Spenden möglich! Wir möchten einmal mehr unsere Dankbarkeit dafür zum Ausdruck bringen.

In Rumänien dürfen gemäss neuen Kindsschutzgesetzen geistig beeinträchtigte, volljährige Personen nicht mit Minderjährigen unter einem Dach leben. Aus diesem Grund haben wir das kleine, alte Haus direkt hinter dem Kinderheim günstig erworben. Es heisst nun CASA VISTARA. In den drei Zimmern wohnen Daniel, Ionut und Pria (auf dem Umschlagfoto mit Blumenstrauss), welche lebenslang auf Begleitung angewiesen sein werden. Wer sie kennt, versteht, dass sie nicht in eine staatliche Psychiatrie gehören, und andere Institutionen sind in Rumänien für solche Menschen immer noch nicht vorhanden.

Von den Jugendlichen, welche die meisten von Ihnen schon länger kennen, lebt nur noch Andrei im Heim. Er wird die Schule in einem Jahr abschliessen. Mit verschiedenen massge-schneiderten Trainigs arbeiten wir daran, ihn auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Trotz aller Bemühungen fällt dies oft nicht leicht, denn er lässt sich nur sehr ungern auf Veränderun-gen ein. Es braucht immer wieder viel Motivation, ihn für Neues zu gewinnen.

Wie Sie bereits wissen, leben nun acht neue Kinder im Heim, wovon das Jüngste vier Jahre alt ist. Alle diese Kinder lebten zuvor in äusserst prekären familiären Verhältnissen, wie sie in der Schweiz kaum denkbar sind. Alexandru (5) konnte sich beim Einzug weder alleine anklei-den noch waschen, und er konnte sich auch kaum ausdrücken. Durch viel Zuwendung und Me-thoden wie bespielsweise das therapeutische Geschichtenerzählen, ist er heute ein altersentspre-chend selbständiges Kind geworden. Georgiana (8) hat sich anfänglich wie ein Kleinkind ver-halten. Da sie von ihrer Mutter keinerlei Zuwendung erhielt, setzte sie alles daran, um „gehät-schelt“ und umsorgt zu werden. Sie bat ihre ältere Schwester, mit welcher sie im Heim wieder zusammengeführt wurde, ständig um Hilfe für Dinge, die sie eigentlich konnte. Schritt für Schritt wurde Georgina darin unterstützt, Selbstvertrauen zu entwickeln. Das Team bat sie so oft als möglich um Hilfe bei einfachen Verrichtungen, damit sie kleine Verantwortlichkeiten 2

übernehmen konnte. Jeder noch so kleine Fortschritt wurde mit viel Lob quittiert. Jetzt besucht sie die zweite Klasse und ist ein fröhliches, freundliches und neugieriges Mädchen.

Andreea (11) hatte beim Eintritt in die Schule grosse Konzentrationsschwierigkeiten. Wir stell-ten für sie ein individuelles Lernprogramm mit vielen Konzentrationsübungen zusammen. Zu-dem wurde ein Spezialist für Lernbehinderungen konsultiert. In der Schule hat sie jetzt ein ein-facheres Lernprogramm, wodurch sie deutlich entlastet ist. Andreea ist ein emotional stabiles Kind und sie kann schnell Freundschaften schliessen. Auch Nicoleta (13) war beim Eintritt ins Heim stark verunsichert. Heute erwähnt sie immer wieder, dass sie glücklich ist, in der Familia Amurtel zu wohnen, und dass sie hier Dinge erlebt und sieht, die ihr zuvor unbekannt waren. Sie ist ein anhängliches Mädchen, das viel Zuwendung sucht.

Die Brüder Gabriel (6) und Nicu (11) wollten anfangs alles nur zusammen machen. Es dauerte eine Weile, bis sie in der Lage waren, ihren jeweiligen Verpflichtungen im Kindergarten und der Schule getrennt nachzugehen. Ihre Eltern besuchen sie nur sehr selten im Heim, mehr Kon-takt haben sie zu ihrem älteren Bruder, der in der Nähe arbeitet. Lorena ist mit vier Jahren die Jüngste in der Gruppe. Sie neigte beim Eintritt ins Heim zu aggressivem Verhalten anderen gegenüber, war gleichzeitig in sich gekehrt und wirkte verängstigt. Sie ass nur Reis, Brot und Suppe, alle anderen Speisen verweigerte sie. Die anderen Kinder schienen jedoch Verständnis für ihr Verhalten zu haben

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